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Anwendungsbericht Dr. Andreas Steinke -

Bisherige Situation:

Es ist schon länger bekannt, dass aus Dentaleinheiten in die Mundhöhle des Patienten gelangende Kühlwasser für rotierenden oder durch Ultraschall angetriebenen Instrumente als auch das Spraywasser aus der Multifunktionsspritze bakterienbeladen sind, obwohl die Trinkwasserzufuhr aus dem Wasserleitungsnetz keine bakterielle Belastung aufweist. Die dann sich entwickelnden Biofilme verkeimen die wasserführenden Systeme dentaler Einheiten derart, dass nur mechanische Reinigungen Abhilfe schaffen kann. Totale Schlauchverstopfungen waren dem Anwender vor Verwendung von Ecasept zur Dekontamination bekannt. Auch neue Einheiten sind nach wenigen Tagen Gebrauch rückverkeimt, wobei Siliconschläuche die Verkeimung begünstigen.

Unter realen Praxisbedingungen sind lange Standzeiten in den wasserführenden Systemen dentaler Einheiten nicht zu vermeiden:1 Urlaub, Feiertage, Nichtauslastung einzelner Behandlungszimmer, nur trockene Nutzung einzelner Mikromotoren begünstigen das Keimwachstum in den entsprechenden toten Abschnitten des wasserführenden Systemen der Dentaleinheit.

Meist handelt es sich bei den gefundenen Bakterienpopulationen um harmlose, ubiquitär vorkommende Keime, aber auch fakultativ pathogene Keime wie P.aeruginosa oder Legionellen sind nachgewiesen.11

Zwar reduziert ein zweiminütiges, tägliches Spülen aller wasserführenden Teile der zahnärztlichen Einheit vor Arbeitsbeginn die Keimlast des Kühlwassers, ist aber zeitaufwändig und hygienisch letztendlich unzureichend.

Eine systemische Dauerentkeimung durch Impfen mit Chemikalien wie Chlordioxyd ist problematisch, auch oft nicht ausreichend.

Eine Intensiventkeimung mittels Versetzen des gesamten wasserführenden Systems der zahnärztlichen Einheit über das Wochenende mit Desinfektionsmittel läßt Legionellen abtöten, aber auch bei dieser Methode sind bis zu 103 KbE (koloniebildende Einheiten) Bakterienkulturen pro ml Spraywasser weiterhin in bakteriologischen Untersuchungen nachweisbar.111

Behördliche Vorgaben:

Die Trinkwasserverordnung schreibt max. lOOKbE pro ml Wasser Leitungswasser vorlv. Ausgehend von diesem Wert Das Robert Koch Institut für Hygiene (RKI) empfiehlt eine jährliche Überprüfung des Kühlwassers auf den Grenzwert von max lOOKbE/ml Kühlwasser, sinnvoll ist weiterhin die spezifische Untersuchung auf Pseudomonas aeroginosa und Legionellen..(Kategorie II). Bei Behandlung von Patienten mit Immunsuppression ist keimfreies Kühlwasser vorgeschriebenv.


 

Entkeimung mit Ecasept:

Aus destilliertem Wasser und hochreinem Salz werden mit Hilfe der Steralyth-Technologie in einem elektrochemischen Prozess (Diaphragmalyse) Lösungen hergestellt, die zur Dekontimination von Wunden und zur Förderung der Wundheilung beitragen. Diese Steralithe enthalten neben den besonderen Redoxspannungen eine große Anzahl verschiedenster ROS (reaktiver Sauerstoffspezies) wie Sauerstoffionen, Hydroxiionen, Chlordioxid, und hypochlorige Säure. Steralith-Lösungen sind effektiv in der Dekontamination von Pseudomonaden, Staphylokokken, Methicillin- resitenter Staphylocoggen (MRSA), Streptokokken, Legionellen, coliformen Keimen, Salmonellen, Candida albicans. Ecasept ist für die Anwendung als Spülung von äußerlich zugänglichen Schleimhäuten zugelassen. Ecasept ist ein zugelassenes Medizinprodukt der Klasse Ilb gemäß EU Richtlinie 93/42/EWG AnhangllVl

Diese Voraussetzungen erfüllend eignet sich Ecasept als dekontaminierender und wundheilungsfördemder Zusatz zu Wasser in dentalen Einheiten.

Seit 2007 habe ich in meiner Praxis in allen drei unterschiedlich alten Einheiten alle Kühlwassermedien und Versorgung der Multifunktionsspritze von der Trinkwasserversorgung abklemmen lassen. Diese wasserführenden Systeme werden jetzt über einen druckbeschlagenen Tank mit einer 7%igen Ecasept-Lösung versorgt. Den technischen Umbau führte den Firma HP-Aquahygiene vn durch, die auch die Neutrosteralith-Lösung von der Fa. Aquis in Marburg unter dem Handelsnamen ECASEPT® liefert. Die Ecaseptlösung wird 1:15 mit Wasser verdünnt und von der ZFA in das Aquabottelsystem eingefüllt. (Bild 1).

 

Meßergebnisse:

Vor Umbau zeigten die Einheiten unabhängig vom Alter der Einheit eine Keimbelastung von 36 bis 42 * 103 koloniebildende Einheiten (KbE) pro ml Wasser bei 36° Celsius und 44 Stunden Bebrütung.

Bei Verwendung von 7%iger Ecasept-Lösung sind die ermittelten Werte für das Spray wasser keimfrei, legionellenfrei und Pseudomonas aerugiosa frei.

Die bakteriologische Untersuchung zur Hygienedokumentation des Spraywassers führte Fa. Celsus Marburg durch.-'"1

 

Vorteile in der täglichen Behandlung:

Durch die fehlenden Biofilme in den wasserführenden Systemen gehören Verstopfungen der Spraydüsen an Turbinen und Winkelstücken der Vergangenheit an, die geforderten 50ml Kühlwasser pro Minute sind gut erreichbar (Bild 2). Schon bei der ganz alltäglichen Zahnsteinentfemung wird gleichzeitig eine ultraschallaktivierte Desinfektion der Zahnfleischtaschen erreicht. Ohne jegliche zeitliche Mehrbelastung (!) kann somit eine effektive Steigerung der Behandlungsqualität im alltäglichen Bereich stattfinden!

Dadurch wird die heute geforderte Desorganisation des Biofilms in der parodontologischen Behandlung durch supra- und subgingivales Debridement weit besser ermöglicht.1'

Bei subgingivalen Kronenpräparationen beobachte ich viel weniger Zahnfleischprobleme. In der Chirurgie ist die Osteotomie mittels Lindemannfräse vom bakteriologischen Standpunkt aus gesehen keimfrei mit dem Winkelstück der Dentaleinheit möglich, ohne auf eine mittels steriler NaCl-Lösung gekühlte Chirurgieeinheit ausweichen zu müssen. Nicht nur die Dekontamination durch die Ecasept-Lösung, sondern auch ihre Förderung der Regenerationsprozesse trägt zur schnellen Wundheilung bei: dabei steht das Anlocken von Abwehrzellen, Fibroblasten sowie Epithelzellen mittels Galvano/Elektrotaxis im Vordergrund.

Die Verwendung Ecasept-Lösungen in der Implantologie sind beschrieben.'

In wieweit eine Desinfektion des bei der Behandlung entstehenden Aerosols als auch eine Desinfektion der Absauganlage durch die Verwendung von Ecasept-Lösungen erfolgt, müßte weiter untersucht werden.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass die Zahnärzte inzwischen einen enormen Aufwand bei der Umsetzung der RKI-Richtlinien im Bereich der Sterilisation betreiben, der Hygiene in den wasserführenden Systemen in Dentaleinheiten vielfach nicht genug Beachtung geschenkt wird. Ich denke, die Verwendung von Ecasept-Lösungen sind ein guter Weg, die geforderte Wasserstandards in zahnärztlichen Einheiten sicherzustellen.

Verfasser:

Dr. Andreas Steinke Hochstr. 5

D-54655 Kvllburg

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Bild 1 Bottlesystem am Ritter ProLog D240

6 BottlesystemKeimfreiheit 184x284

Bild2:

6 Bohrer 204x155

Bei erhöhter Keimbelastung birgt das Aerosol ein hohes gesundheitliches Risiko, für Patienten u. Behandler, dank ECASEPT ® sind hier keine Kranksheitserreger.

 

Bild 1 Aquabottelsystem der Fa. HP Aquahygiene integriert unter das Behandlungscart (quabottelsystem)

Bild 2 volle 50ml/min Kühlleistung ( turbinenspray)

i                       Richter, Christine 2003: Autochtone aquatische Mikroflora im Kühlwasser zahnärztlicher Einheiten

ii                     Richter, Christine 2003: Autochtone aquatische Mikroflora im Kühlwasser zahnärztlicher Einheiten

iii                    Richter, Christine 2003: Autochtone aquatische Mikroflora im Kühlwasser zahnärztlicher Einheiten

iv                    Trinkwasserverordnung (TrinkwV) BGBLI 2001:959

v                     Infektionsprävention in der Zahnheilkunde - Anforderungen an die Hygiene Bundesgesundheitsblatt 2006.49:375ff

vi                    Aquis Medizinprodukte Fa. Aquis 35043 Marburg Marburger Strasse 86c www.aquismed.de

vii                  HP Aquahygiene GmbH und Co.KG 56767 Lirstal Hauptstr. 30 viiiCelsus Hygiene und Mikrobiologie Marburg Wehrdaer Str. 35

ix                    H.P. Müller, Parodontologie, Thieme Verlag 2006

x                     Burkhard Orale Implantologie Mai 2010